Kategorien
Rechtsextremismus auf Social Media

Lederhosenrevolte

Wer ist die „Lederhosenrevolte“?

Die sogenannte „Lederhosenrevolte“ ist eine neonazistische Kleingruppierung die im bayerischen Raum aktiv ist. Die hauptsächlich auf Social Media aktive faschistische Gruppierung betreibt Instagram, TikTok, YouTube und Telegram Kanäle.

Die Gruppierung ist der rechtsextremen „Identitären Bewegung“ (IB) zuzuordnen und wird häufig als ihr Ableger in Bayern genannt. Ihr Content zeichnet sich durch ein zunächst scheinbar harmloses Auftreten aus, das hauptsächlich auf eine junge Zielgruppe abzielt. Bei genauerer Betrachtung fallen jedoch völkisches Denken, rassistische Stereotype, antisemitisches Gedankengut und ein exklusives Volksverständnis, sowie antidemokratische Zielsetzungen deutlich auf.

Vor allem gefährlich ist die sogenannte „Lederhosenrevolte“ durch ihre von der IB kopierte Aneignung ehemals linker Aktionsformen, das aufwendig produzierte Propagandamaterial und die gezielte Aufbereitung ihrer Inhalte für ein junges Publikum. Sie entfalten damit eine Wirkung, die dem plumpen Auftreten klassischer Neonazis entgegensteht, das sonst eher abschreckend auf junge Menschen wirkt. Ihre Inhalte sind daher auf Social Media äußerst anschlussfähig. Es gibt außerdem dokumentierte Aktionen der Gruppe Schüler*innen an münchner Gymnasien gezielt anzusprechen und mit rechtsextremen Inhalten in Kontakt zu bringen.

Einige der Mitglieder der rechtsextremen Kleingruppierung sind ebenfalls Mitglieder der Danubia, einer schlagenden Burschenschaft aus München. Diese ist für rassistisches, antisemitisches und neonazistisches Auftreten und Gedankengut bestens bekannt. Diese Überschneidungen zeigen klar die Gesinnung der Gruppe.

Wer sind die Mitglieder der „Lederhosenrevolte“?

Bekannt im Zusammenhang mit der sogenannten „Lederhosenrevolte“ sind die Namen Adrian Segner, Dennis Braun und Moritz K.

Adrian Segner

  1. von rechts: Dennis Braun, 3. von rechts: Moritz K., 6. von rechts: Adrian Segner (mit „White Power“-Zeichen)

Hier sieht man einige Mitglieder der sogenannten „Lederhosenrevolte“ auf dem sogenannten „Remigration Summit“ in Italien 2025 neben bekannten rechtsextremen Agitatoren wie Martin Sellner (5. von rechts). Das Treffen in Italien war eine neonazistische Veranstaltung auf der, ähnlich dem Treffen von Rechtsextremen und Neonazis in Potsdam im Jahr 2023, auf dem die Umsetzung der menschenverachtenden und rassistischen Pläne der Rechtsextremen, der millionenfachen Deportation und Verteibung auch deutscher Staatsbürger*innen geplant wurde.

Mitglieder der sogenannten „Lederhosenrevolte“ posieren mit dem Rechtsextremisten Martin Sellner der IB auf ihrem Telegramkanal. Dort zeigt die Kleingruppe ihre rechtsextreme, menschenverachtende Gesinnung offen.

Hier zeigen zwei Mitglieder der Kleingruppe das sogenannte „White Power“ Zeichen, ein rechtsextremes, rassistisches Symbol, das die angebliche Überlegenheit der weißen „Rasse“ symbolisieren soll.

In diesem Beitrag wird die millionenfache Deportation, auch deutscher Staatsbürger*innen zum Sommererlebnis verklärt. Die verfassungsfeindliche, antidemokratische Gesinnung der Kleingruppe wird zum immersiven Erlebnis mit Aperol. Der rechtsextreme Kampfbegriff der sogenannten „Remigration“ ist ein Euphemismus, der das endgültige Ziel, nämlich Deutschland von allen Personen zu „säubern“, die nicht ins Weltbild der Rechtsextremen passen, verdaulicher verpacken und somit anschlussfähiger machen soll. Die Ideologie der Rechtsextremen knüpft damit nahtlos an das menschenverachtende und rassistische Gedankengut des 3. Reichs an. Im Hintergrund wieder zu sehen, Adrian Segner.

Auch hier zu sehen, mehrere Mitglieder der sogenannten „Lederhosenrevolte“ mit „White Power“-Gruß.

Linkes Bild: Mitglieder der sogenannten „Lederhosenrevolte“, Rechtes Bild: Im Vordergrund Moritz K.

Die Kleingruppe ist der Arm der IB in Bayern und damit Teil rechtsextremer Strukturen, mit menschenverachtendem, rassisstischen und antidemokratischen Gedankengut, das direkt an junge Menschen gebracht werden soll. Die Gefährlichkeit der Kleingruppe zeichnet sich vor allem durch ihren eher mäßig erfolgreichen Versuch sich gemäßigt zu geben. Keine Springerstiefel, keine Glatzen, stattdessen aufwendig inszenierte Aktionen und Content für Social Media. Das Auftreten auf Social Media ermöglicht dazu einen niedrigschwelligen Einstieg in die rechtsextreme Szene. Das Verwenden von Euphemismen für Rassissmus und Menschenverachtung wie der sogenannte „Remigrationsbegriff“, erhöht die Anknüpfungsfähigkeit der rechtsextremen Inhalte. Die Nähe der Kleingruppe und der IB allgemein zur AfD und der neonazistischen Partei „die Heimat“ (ehemals NPD) machen die sogenannte „Lederhosenrevolte“ zu einem Becken für künftige Neonazikader und einem wichtigen Rekrutierungsinstrument.

Weitere Informationen zur sogenannten „Lederhosenrevolte“ und ihren Mitgliederinnen und Mitgliedern können recherche-süd über „Kontakt“ mitgeteilt werden.